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Ein religionswissenschaftlicher Kommentar zu den Arcana Arcanissima des Iatrochemikers Michael Maier (1568–1622)

Der Iatrochemiker Michael Maier (1568-1622) hinterlässt 1614 der Welt ein für Nicht-Eingeweihte nur sehr schwer verständliches Werk, seine ‚Arcana Arcanissima‘. Darin betreibt er im Sinne der alchemo-hermetischen christlichen Strömung Mythenallegorese antiker Mythen. Diese ist allerdings für den heutigen Rezipienten mehr als fraglich und stark erklärungsbedürftig. Diesem Missstand soll hier Abhilfe geschaffen werden: Maier und sein Werk sollen in diesem Beitrag religionswissenschaftlich eingeordnet und in ihren vielschichtigen Kontexten kommentiert werden (Konfessionelles Zeitalter, frühneuzeitliche Alchemie und Hermetik, Prinzipien von Mythenallegorese und Analogien, Geheimhaltung und Enzyklopädik als Charakteristika der neuzeitlichen Esoterik). Damit soll dem aktuellen Mangel an facheinschlägigen Publikationen zu Maier zumindest ein Ansatz der Aufarbeitung entgegengesetzt und sein kaum bekanntes Werk der Wissenschaft zugänglich gemacht werden. Das Buch macht die Vita Michael Maiers und seine ‚Arcana Arcanissima‘ – von ihm selbst auch als ‚ägyptisch-griechische Hieroglyphen‘ bezeichnet – greifbarer, indem es Maiers Konzept des Arkanen religionswissenschaftlich mit den unterschiedlichen Konzeptionen seiner Zeit in Verbindung bringt. Es zeichnet ihn als Vertreter einer alternativen Religiosität im Zuge der religiösen Individualisierung des Konfessionellen Zeitalters und zeigt seinen Einfluss auf die entstehenden esoterischen Bewegungen des 17. Jahrhunderts – besonders der sogenannten ‚spirituellen Alchemie‘ im Umfeld des Protestantismus, der hermetischen Philosophie, deren Geheimhaltungstradition und speziellen Form der Antikenrezeption.

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